Der Weihnachtschoral
Malereien und vor allem seine Illustrationen begeistern mich seit meiner Kindheit.
Morgen, Kinder, wird's was geben, morgen werden wir uns freun! . . . . . . . .
Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstag!
Alte Geschichten
Der Abend dämmert,es wirbelt der Wind den Schnee von des Landhofs Dache;
Großmütterchen sitzt am warmen Kamin mit den Kleinen im trauten Gemache.
"Erzähle uns nun, Großmütterlein!" "Recht gern, ihr närrischen Dinger;
ihr müßt nur brav und bescheiden sein!" Und mahnend hebt sie den Finger.
Dann fängt sie an: "Es war einmal -" und die Kinder, sie lauschen und lauschen;
sie hören das Bellen des Hofhundes nicht und des Sturmes Zischen und Rauschen
und nicht das Schlagen der Schwarzwalduhr und der Stunde Verrinnen -
sie sitzen und horchen mit Mund und Ohr, versenkt in Träumen und Sinnen.
Großmutter weiß der Geschichten viel aus fernen, vergangenen Tagen
von Riesen und Zwergen, von Burgen und Seen, seltsame Märchen und Sagen,
von Nixen und Elfen, von Rübezahl, Musikanten und Lumpengesindel,
und wie Dornröschen in Schlaf versank, gestochen von giftiger Spindel,
vom Weibe, das tanzt in feurigen Schuh'n, von sieben Raben und Schwaben,
von Aschenbrödel und Drosselbart und Hans, dem glücklichen Knaben,
von der großen Stadt tief unter der See, Vineta, der schlummernden Leiche,
auch wohl zum Schlusse von Meister Till schalkhaftig lustige Streiche . . .
Großmutter weiß der Geschichten so viel als Blätter auf Büschen und Bäumen.
Die Kinder lauschen mit Ohr und Mund, versenkt in Sinnen und Träumen,
und die kleine Marie, sie lächelt und - schläft; still wird es im trauten Gemache.
Und der Wind schläft auch, und die Sterne steh'n hell über des Landhofs Dache.
Friedrich Wilhelm Weber
Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit
und wehret dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
Rainer Maria Rilke
Ich bin eine alte Frau.
Als Deutschland erwacht war wurden die Unterstützungen gekürzt.
Meine Kinder gaben mir ab und zu einen Groschen.
Ich konnte aber fast nichts mehr kaufen.
Die erste Zeit ging ich also seltener in die Läden, wo ich früher täglich gekauft hatte.
Aber eines Tages dachte ich nach, und dann ging ich doch wieder täglich zum
Bäcker, zur Grünkramhändlerin als alte Käuferin.
Sorgfältig wählte ich unter den Eßwaren, griff nicht mehr heraus als früher,
doch auch nicht weniger.
Legte Brötchen zum Brot und den Lauch zum Kohl und erst
wenn zusammengerechnet wurde, seufzte ich
wühlte mit meinen steifen Fingern in meinem Lederbeutelchen
und gestand kopfschüttelnd, dass mein Geld nicht ausreiche
das Wenige zu bezahlen, und ich verließ kopfschüttelnd den Laden,
von allen Kunden gesehen.
Ich sagte mir:
Wenn wir alle, die nichts haben nicht mehr erscheinen, wo das Essen ausliegt
könnte man meinen, wir brauchen nichts.
Aber wenn wir kommen und nichts kaufen können
weiß man Bescheid.
Bertolt Brecht
Heute fand in der Sparkasse Bitterfeld die Ehrung der "Helfer mit Herz" in einer sehr würdigen Form statt.
Danke, dass ich dabei sein durfte.
Ich möchte die Würdigung aber vor allem an alle Chormitglieder und der Leiterin weitergeben, da alle schon viele Jahre regelmäßig in ihrer Freizeit proben und sich und anderen durch ihre Gesangsauftritte Freude bereiten.
LizzyNet, die Online-Community für Mädchen ruft zu einem Schreibwettbewerb in der Adventszeit auf.
Hier findet man die heutigen Geschichten: LizzyNet.de
Zeichen
Sie sah nicht,
dass ich es sah:
Wie sie den Finger über die Fensterscheibe gleiten ließ,
der Zug fuhr schnell,
es hatte geregnet.
Sie malte ein lachendes Mondgesicht.
Dann
als der Schaffner kam
zeigte sie lässig ihre Fahrkarte.
Eine alte Dame mit strengem Mund.
Und plötzlich weißt du:
Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen,
und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.
Meister Eckhart
gefunden im Kalender: Der andere Advent
Am Samstag war Theatertag.
Im Landestheater Dessau wurde Richard Wagners Parsifal aufgeführt.
Die beeindruckende Inszenierung begeisterte das Publikum und die Künstler ernteten nach 5 Stunden und 15 Minuten anhaltenden und wohlverdienten Beifall.
Persönliche Anmerkung: Das letzte Bühnenbild stellte eine Schneelandschaft mit fallendem Schnee dar und zeigte sich somit wetterentsprechend.
Es gab an diesem Abend auch noch folgende Info zur Entwicklung der deutschen Musik-und Kulturnation: