May
29
China - Peking
Do, 2008-05-29 15:33
Es ist draußen sehr ruhig und im Hotel auch, aber ich wache schon um 6:00 auf. OK, ich stehe auf, ist besser als mich hin und her zu wälzen. Um 7.00 gehe ich zum Frühstück. Mir leuchten die Augen ! Brötchen, Brot, gekochte Eier, Marmelade usw. Die Bedienung weist mir einen Tisch zu und es kann angehen. Ich mache es mir so richtig gemütlich. Als Krönung habe ich drei Tassen, richtig guten Kaffee getrunken. Dann auf mein Zimmer, denn um 9:00 soll ich einen Anruf erhalten, wie es weitergeht.
Pünktlich klingelt das Telefon und eine Stimme erklingt:
" I´m Peter your tourguide" .
Ich sage ihm, ich habe keinen Tourguide geordert. Er ganz freundlich "is ok Mister Graf, I`m the tourguide from China Service and you are our guest. Today you have a driver with car and me." Ich frage nach den Kosten. "Sorry, is free for you, my government pays. OK, let´s go."
Im Auto wird mir die Tour erklärt. Wir gehen zuerst in eine Jade Fabrik. Es dauert fast eine Stunde, bis wir da sind, dafür ist das was ich zu sehen bekomme wunderschön. Was mich ganz besonders erfreut, ich bin ein VIP Gast mit allen Vorteilen. Extra Parkplatz, extra Eingang, extra Toilette usw.
Hier wird mir von einer Managerin die Geschichte der Jade erklärt. Mir brummt der Kopf, denn sie hat auch einige Fragen an mich.Bis vor einer Minute wusste ich nicht einmal, wie Jade auf English ausgesprochen wird. Hat aber alles funktioniert.
Als nächstes ging es zur chinesischen Mauer. Hier kam ich wieder in diesen zauberhaften Genuss an allen vorbei gehen zu dürfen, denn hier wimmelt es nur so von Menschen. ein Tourguide Peter erklärte mir sehr viel zum Bau der Mauer. Wir waren an dem Tor, an dem die Mongolen eingefallen sind mit Dschingis Khan. Angeblich gab es in der Zeit nur diesen Zugang durch die Berge. Wir sind nach einer kurzen Strecke auf der Mauer wieder umgedreht, denn es ist sehr heiß und schon ein Uhr.
Peter bringt mich zu einem Restaurant wo wohl alle VIP Leute essen. Da ich allein bin, bekomme ich einen kleinen Tisch für zwei Personen. Mit dem Essen gibt es keine Probleme.
Ich bestelle Reis mit Hühnchen und eine große Flasche Bier. Peter verabschiedet sich und sagt, er ist in einer halben Stunde wieder da. Ich frage ihn warum er nicht mit mir essen will. Er möchte wohl schon, nur er darf es nicht, ebenso der Fahrer.
Ich sitze also allein dort und esse so vor mich hin. Die Bedienung bringt noch Pork und Peanuts. Direkt neben mir kommt eine Dame auch mit Dolmetscher und setzt sich hin. Nach einiger Zeit fragt sie mich auf english, ob ich ihr behilflich bin beim plugging in from her baby. Ich sehe kein Baby und denke ich habe sie falsch verstanden, sage aber yes. Sie steht auf und nimmt ihren Notebook aus der Tasche. So ein neues flaches Ding von Apple.
Jetzt war mir wohler. Sie fragte mich, was ich hier mache. Ich arbeite hier, sagte ich. Jetzt wollte sie genau wissen wo. XinXiang sagte ich ihr. Sie kannte es nicht. Jetzt war ich am Zuge. Wo sie denn tätig ist und wo sie herkommt. Sie kommt aus Boston und ist für eine Bank unterwegs zur Klärung von Industriefinanzierungen. Ihr Sitz ist eigentlich Hongkong.
Nächste Frage von ihr, you are married ? Jetzt wollte ich auch sehen wie es
weitergeht. Nach kurzem überlegen sage ich, I´m divorced. Sie darauf, I think you need a girlfriend like me.
Sorry Lady I´m 64 years old.
No, you looks like 50.
Thanks, but I´m a old man.
You are to understate.
Puh, mir wird richtig anders, den flirten war nie meine starke Seite. In diesem Augenblick kam Peter und rief we are ready for going. Ich war ganz froh.
Ich verabschiedete mich, worauf ich ganz diskret die Telefonnummer aus Boston in meine Tasche bekam. Peter fragte mich nach dem Gespräch. Er hatte wohl etwas mitgehört. Wir sprachen allgemein über USA usw., dann meinte er, schade das sie ihn nicht gefragt hat. Wir mußten beide lachen.
Vor hier ging es zu einem Medizincenter für chinesische Heilkunde. Wieder durch das Straßennetz von Peking. Mir bleibt es ein Rätsel wie man sich da so auskennen kann. Es ging durch Gassen und Winkel ohne GPS. In dem Center angekommen, konnte ich einen Arzt konsultieren, der perfekt deutsch gesprochen hat. Dieser Arzt erklärte mir den Unterschied von chinesischer Heilkunde zur deutschen Medizin. Ich war beeindruckt. Er fragte mich, ob ich einen Termin bei der Professorin haben möchte. Ich war wieder unsicher. Es würde nichts kosten, nur wenn sie mir Medizin verschreibt und ich diese in der Stadt aus der Apotheke hole, muß ich die Medikamente bezahlen. Zwischenzeitlich bekam ich eine Fußmassage. Erst habe ich gedacht mein Fuß soll gebrochen werden, dann war es aber sehr angenehm. Mit der Faust wird unterhalb des Fußgelenkknochen richtig rein gehauen und es tut nicht weh ! Danach kam Frau Professor mit einem Dolmetscher der perfekt deutsch sprach und übersetzte. Ich mußte meine Uhr, Kamera und sonstiges Metall in einen anderen Raum bringen. Sie fühlte meinen Puls an beiden Seiten und ließ sich die Zunge zeigen. Was sie sagte, davon verstand ich kein Wort. Nach ca. fünf Minuten in denen sie mich auch abtaste, horchte usw. kam ihre Diagnose. Zu hoher Blutdruck, die Nieren arbeiten nicht richtig, die Leber ist geschädigt und meine Prostata würde mir bald große Probleme bereiten. Wenn ich etwas für meine Gesundheit tun möchte, könnte sie mir ein Rezept schreiben, was ich in jeder Apotheke einlösen kann. Ich kann es selbst entscheiden.
Ich war so überrascht von der Diagnose, daß ich erst einmal nichts sagen konnte. Sie sah wohl meine Überraschung und gab mir das Rezept mit einer Erklärung in deutsch dazu.
Auch der Preis stand daneben in Yan und Euro. Die Dolmetscherin sagte mir noch mit einem recht verschmitzten Blick, ich sollte was für mich tun und nicht fürs Auto. OK, ins Auto und ab zur nächsten Apotheke. Ich kaufe Medizin zur Verbesserung meines
Yin und Yang. Warum nicht ! Gebe soviel Geld für andere Dinge aus, dieses mal tue ich es für meinen "Body".
Von da ging es ins Hotel, denn es war schon 19 Uhr und Zeit für Dinner. Vor dem Essen muß ich jedoch mein Yin ( 20 kleine Kugeln ) nehmen und nach dem Essen mein Yang (sind 3 Kapsel). Mal sehen, die Medizin soll für einen Monat reichen. Vielleicht fühle ich ja bald den Erfolg, denn meine Blutdrucktabletten soll ich nicht mehr nehmen. Habe mir dann noch ein Bier mit aufs Zimmer genommen und so den ganzen Tag aufgeschrieben.
Morgen möchte ich zum Heiligen Platz gehen. Ist angeblich nicht weit von Hotel.
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sehr schöne Berichte
Ich wollte mich bedanken für den interessanten Einblick in so einen China-Auufenthalt. China scheint "das" Medienthema ohnehin zu sein, aber so einen unvefälschten autentischen Bericht bekommt man eher selten zu lesen. Sogar mein Mann, der von Blogs wenig hält, verfolgt diese Berichte interessiert...
Grüße aus dem "statischen" (wie Hagen sagt) Deutschland
Momo