Virtual Worlds Forum - Zusammenfassung

25. October 2007 - 14:51

Das Virtual World Forum ist für mich zu Ende, ich bin auf dem Weg nach Llandudno Junction in Wales. Die letzten beiden Tage war ich in London zum Virtual World Forum. Es war die erste europäische Konferenz zum Thema virtuelle Welten.
Für mich war das eine gute Gelegeheit mir eine Gesamtübersicht zum Thema zu verschaffen.
Virtuelle Welten sind ein Nischenthema, eine sehr interessierte, kreative und engagierte Minderheit beschäftigt sich damit.

Es gibt eine ganze Menge virtuelle Welten, einige schon seit vielen Jahren. Kids and Teens sind in vielen virtuellen Welten unterwegs, Habbo Hotel hat 6 Millionen aktive User, 93 % davon sind Mädchen im Alter zwischen 9-13!
Kids gehen nicht mehr online, sie gehen zu Habbo, treffen dort ihre Freunde, chatten, spielen, schließen Freundschaften. Es ist die erste Generation, die digital aufwächst und für die es normal ist, so Zeit zu verbringen.

Spinnt man das ein wenig weiter, dann wird diese Generation auch künftig in virtuellen Welten zu Hause sein, verschiedene Welten für verschiedene Dinge benutzen, zum Networking, Socializing, arbeiten, spielen.

Virtuelle Welten werden/sind ein gigantischer Marktplatz für Unternehmen, wo sie für ein vergleichsweise geringes Budget Marken plazieren, Produkte entwickeln und testen können. Es ein unerschöpflicher Pool an Kreativität, wo man Ideen, talentierte User nur herauspicken muß, für ein bestimmtes Projekt, für einen Job.

Unsere Arbeitswelt wird sich entscheidend verändern. Firmen werden virtuelle Welten für ihre Intranets benutzen, formelle und informelle Meetings und Events organisieren, weltweit zusammenarbeitende Teams bilden, eine Menge Kosten für teure Konferenzsysteme und Reisen sparen.

Weiterbildung und Ausbildung werden virtuelle Welten nutzen, um Verhalten und Erfahrungen in realitätsnahen Situationen zu lernen und zu testen. (In UK gibt es beispielsweise ein Programm zur Integration von virtuellen Welten bei der Ausbildung in Rettungsberufen.)

So weit, so schön.
Softwareseitig hat die schöne neue Welt ein paar Mängel, aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann es offene Standards, definierten Schnittstellen für die Integration von ERP und Content Management Systemen und Möglichkeiten der verschlüsselten Datenübertragung gibt.

Userseitig überrascht es mich immer wieder, wie bedenkenlos Daten preisgegeben werden. Identitätdiebstahl ist ziemlich einfach und kein Einzelfall. Es ist eine einfach zu kontrolliere online Welt.
Die Konferenz wurde u.a. gesponsert von IBM UK, There.com, Rivers Run Red, Vodafone UK.

Das strategische Engagement von IBM hat letztlich das Ziel, Server und technische Infrastruktur zu verkaufen.

Klar, dass diese Firmen daran interessiert sind, weltweite soziale online Netze zu bauen. Aber nicht nur, weil sie dem Menschen, dem sozialen Wesen,der ohne Kommunikation nicht leben kann, so mögen. Dahinter stecken natürlich handfeste wirtschaftliche Interessen.

So hin und wieder wurden die Geschäftsmodelle auch in den Pausengesprächen genannt.

  • Für Consumer: freier Basiszugang, monatliche, jährliche Abonnements für Premiumdienste
  • Für Firmen: Client Lösungen für Intranetwelten, Server inclusive, verschlüsselte Datenübetragung, sichere Authentifizierung.

Viele Firmen sind nicht mehr daran interessiert, viel Geld für Lizenen zu zahlen, also wird es auch Open Source Lösungen geben, wenn es nicht anders geht.

Was mich tief beeidruckt hat war die Offenheit, wie Briten und Amerikaner mit dem Thema online Games und virtuelle Welten umgehen. Grundsätzlich wird das nicht als etwas Böses, gewaltförderndes angesehen, sondern als eine große Spielwiese für Kreativität und soziales Engagement.

In UK gibt es dafür, ein Budget und einen verantwortlichen Parlamentarischen Staatssekretär der sich darum kümmert, wie diese Phänomene nutzbringend in das gesellschaftliche Leben, in Erziehung und Ausbildung integriert werden können, wie Eltern unterstützt werden können, um ihre Kinder zu fördern, welche Rahmenbedingungen für die Schaffung neuer Jobs notwendig sind.
Es gibt auch eine Diskussion darüber, welche rechlichen Rahmenbedingungen notwendig sind, um Identitäten und geistiges Eigentum zu schützen.

Diese Schlagzeile habe ich heute morgen in einer Londoner Tageszeitung gelesen:
Don't wrap your kids into a bubble to safe them from the dangers of the web. Learn them to use it to be aware off.

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