Freitag 23.05.2008

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Als wir heute in die Fabrik kamen, standen alle wie auf dem Kasernenhof auf der Straße. Meine Begleiter erklärten mir, es ist ein allgemeines Meeting. Hm, ein Meeting stell' ich mir anders vor. Hier steht der 1. Manager wie der General ganz oben, dann geht es so weiter bis zur Mannschaft. Wie ich verstanden habe, wird der Fertigungsplan der nächsten Woche bekannt gegeben und was letzte Woche geleistet worden ist. Lob und Tadel usw.

In einem Schaukasten hängen die Beurteilungen der Mitarbeiter, die neu eingestellt worden sind.

Inzwischen bin ich auch der Meinung, lieber schlecht bezahlt, aber alle haben eine Arbeit. Es ist zwar vieles im Argen, aber wenn ich sehe wie bemüht die Leute sind ihr Leben zu verbessern, kann ich nur den Hut ziehen.

Wirklich eine Hand voll Reis und etwas Suppe dazu, mehr benötigen die Leute nicht. Auch in dem sagenhaften Gewusel auf der Straße gibt immer einer ohne Murren nach. Selbst der große Mercedes wartet auf den rostigen total überladenen Karren. Beim Kauf auf der Straße drängen sie dir alles richtig mit Druck auf, sind aber genauso freundlich, wenn du gehst und es nicht kaufst.

Es ist schon sehr bemerkenswert, wie diese Stadt überhaupt funktioniert. Diese riesigen Massen an Menschen nur mit dem Notdürftigsten zu versorgen, dürfte schon ein große Aufgabe darstellen. Die Fabrik hier hat ihre eigenen Getreidefelder, um ihre Leute zu versorgen.

Heute ist mir auch das Bürogebäude erklärt worden. Es hat drei Stockwerke. Unten die Versorgungseinrichtungen wie Kantine, Küche usw. Darüber die Büros im zweiten Stock. Im dritten Stock sind die Wohnungen. Manager wohnen allein, dann je nach Stand mit 2 – 8 Personen zusammen. Duschen usw. gibt es nicht. Nur Toiletten, wo auch die Waschmaschine steht.

Mir bleibt es einfach ein Rätsel, wie man ein Jahr hier ununterbrochen arbeiten und leben kann. Bei meinen beiden Begleiterinnen kann ich es erleben. Sitze ich z.B. am PC, versuchen sie sich in einer Ecke zu setzen und wenn möglich auch etwas zu schlafen.

Die Ausbildung der Leute ist sehr gut ! Vor allem: die Leute wollen vorwärts kommen. Sie wissen nur nicht, was es alles gibt und wo man es kaufen kann. Jeden Tag gibt es großes Erstaunen. Im Internet zeigte ich ihnen beispielweise von der Fa. Bosch einen Ultraschall Messer, der auf 40 Meter mit einer Abweichung von 2 mm arbeitet.

Haben wir gleich bestellt Smiling .

 

Es ist alles voller Gegensätze hier. Auf der Baustelle gibt es keinen Kran und Betonmischer, nur Menschen. Ein paar Meter weiter versuche ich ein Profibussystem mit Server und Modem bei Siemens in Deutschland zu kaufen.