Jun
29
Spur 1 by china
So, 2008-06-29 09:43
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May
30
Letzter Tag in Peking
Fr, 2008-05-30 14:47
Heute ist mein letzter Tag in Peking, den ich mit einem ausgedehnten Frühstück startete.
Um 9 Uhr ging es dann zu Fuß zum himmlischen Platz. Auf meinem Stadtplan sieht das alles so nah aus, aber ich muß laufen und laufen. Dann sehe ich ihn von weiten. Eine sehr große Menschenmenge hat heute das gleiche vor wie ich. Der Platz ist abgeriegelt und überall steht Polizei oder Militär. Kann man auf den Fotos sehen. Ich muß durch eine Schleuse, wo ich alles abgeben muß, was gefährlich werden könnte. Alles in einem sehr freundlichem Ton. Hatte alles ganz anders erwartet.
Hier saßen Leute die gegen etwas demonstrierten, was ich auf ihren Schildern jedoch nicht lesen kann. Es gibt ebenso Bettler, die einen allerdings nicht aggressiv anbetteln.
Der Platz ist schon beeindruckend. Rings herum die riesigen Gebäude. Ich mache ein paar Fotos. Wie schon so oft, wollen einige Chinesen mit mir fotografiert werden. Besonderes Interesse wecken meine Schuhe. Ich habe diese Birkenstock an. Sind wohl noch unbekannt hier.
Dann geht’s weiter ins Museum. Über dem Eingang ein großes Mao Bild. Im Hof von dem Museum stößt man gleich auf einen Platz, wo das Militär oder Polizei Kampfvorführungen macht. Es wird dargestellt wie man mit einem Handkantenschlag jemanden am Kehlkopf außer Gefecht setzen kann. Alles erfolgt in einen strengen Disziplinen.
Für den Besuch des Museums bekommt man so ein tragbares Gerät mit Kopfhörer. Nach einer halben Stunde habe ich jedoch genug davon und gehe wieder raus aus der Anlage.
Da es heiß ist, setze ich mich auf eine Bank an so einem Kanal. Später lese ich allerdings, es ist kein Kanal. Es sind sehr viel Fische im Wasser. Wie auf der Tafel steht, bedeutet Fisch gleich Reichtum und viel gleich viel Reichtum. Wenn ein Chinese in der Nacht von einem Fisch träumt, ist das das Zeichen, daß er einmal ganz reich wird, habe ich mir sagen lassen
Ich bin dann zu der Dongchang´an Jie Street. Wie man auf dem Foto sieht, eine sehr breite Straße. Hier ist immer die Militärparade aufgefahren und auch andere Kampfwagen. Setzte mich noch einmal in eine Grünanlage und dachte über vieles so nach.
Was mir besonders aufgefallen ist, ist der Straßenverkehr. Die Regeln werden überhaupt nicht beachtet und als Fußgänger komme ich mir vor wie der Hase vor dem Jäger, aber es passiert so gut wie nichts. Man sieht keinen Unfall, keinen Krankenwagen, keinen Feuerwehrwagen, auch keinen Polizeiwagen im Einsatz. Selbst auf dieser riesigen Straße kann man von der ersten Spur gegen den Verkehr auf die andere Seite drehen. Es gibt zwar ein sehr großes Hupkonzert, nur keiner pocht auf seinem Recht wie bei uns.
Was mich sehr stört ist hier am Rand von dem großen Platz die Schwarzhändler, die einen alle Kopien von Marken aus der Welt andrehen wollen. Begehrt ist die Uhr von Rolex. Kostet wenn man lange feilscht 200 Yan, sind 20 €. Das kreide ich hier den Ordnungskräften an, denn für die Fälschungen interessieren sie sich nicht. Es ist einfach sagenhaft was alles kopiert wird. Vom Mont Blanc bis zum Dreistreifenhemd mit Handytasche. Ansonsten vermisse ich einfach die deutschen Firmen. In der City hat Onkel Sam fast alles belegt. Starbucks, McDonalds, KFC, Colgate und all die großen US Player. Siemens,
Bosch, VW, BMW haben so einen guten Ruf bei den Leuten, nur sieht man die Produkte nicht und auch fast keine Reklame. Schaut man sich die China Daily an, nichts von Europa und schon gar keine Anzeigen.
Die Deutschen liefern und Bill macht das Geschäft. Audi hat wohl sehr gute Beziehungen zur Regierung, denn die Mehrzahl der Leute ist mit dem schwarzen A 6 ausgestattet. Ansonsten wie gesagt, alles USA. Besonders hat es mich verärgerte, dies verfluchte Mistding von Waschmaschine ( Whirpool ) zu sehen. Es ist keine Waschmaschine, es ist eine Rupfmaschine. In Kanada hatte meine Frau auch so ein Ding für zwei Wochen. Unten ist so ein Kunststoffkreuz, was sich hin und her dreht. Am Ende des Waschganges gibt es einen großen Klumpen der sich zwar bewegt, aber von waschen kann keine Rede sein.
Nachdem ich da so gesessen habe und meinen Gedanken nachgegangen bin, habe ich feststellen müssen, daß ich eigentlich Zuhaus in meinem Garten mit Unkraut harken und anderen anfallenden Sachen nicht zufrieden bin. Ich möchte irgendwie aus dem Dorf raus. Wie und was ich dann mache, weiß ich auch noch nicht, aber ich werde was machen.
Soviel zum Schluss der Reise.
May
29
China - Peking
Do, 2008-05-29 15:33
Es ist draußen sehr ruhig und im Hotel auch, aber ich wache schon um 6:00 auf. OK, ich stehe auf, ist besser als mich hin und her zu wälzen. Um 7.00 gehe ich zum Frühstück. Mir leuchten die Augen ! Brötchen, Brot, gekochte Eier, Marmelade usw. Die Bedienung weist mir einen Tisch zu und es kann angehen. Ich mache es mir so richtig gemütlich. Als Krönung habe ich drei Tassen, richtig guten Kaffee getrunken. Dann auf mein Zimmer, denn um 9:00 soll ich einen Anruf erhalten, wie es weitergeht.
Pünktlich klingelt das Telefon und eine Stimme erklingt:
" I´m Peter your tourguide" .
Ich sage ihm, ich habe keinen Tourguide geordert. Er ganz freundlich "is ok Mister Graf, I`m the tourguide from China Service and you are our guest. Today you have a driver with car and me." Ich frage nach den Kosten. "Sorry, is free for you, my government pays. OK, let´s go."
Im Auto wird mir die Tour erklärt. Wir gehen zuerst in eine Jade Fabrik. Es dauert fast eine Stunde, bis wir da sind, dafür ist das was ich zu sehen bekomme wunderschön. Was mich ganz besonders erfreut, ich bin ein VIP Gast mit allen Vorteilen. Extra Parkplatz, extra Eingang, extra Toilette usw.
Hier wird mir von einer Managerin die Geschichte der Jade erklärt. Mir brummt der Kopf, denn sie hat auch einige Fragen an mich.Bis vor einer Minute wusste ich nicht einmal, wie Jade auf English ausgesprochen wird. Hat aber alles funktioniert.
Als nächstes ging es zur chinesischen Mauer. Hier kam ich wieder in diesen zauberhaften Genuss an allen vorbei gehen zu dürfen, denn hier wimmelt es nur so von Menschen. ein Tourguide Peter erklärte mir sehr viel zum Bau der Mauer. Wir waren an dem Tor, an dem die Mongolen eingefallen sind mit Dschingis Khan. Angeblich gab es in der Zeit nur diesen Zugang durch die Berge. Wir sind nach einer kurzen Strecke auf der Mauer wieder umgedreht, denn es ist sehr heiß und schon ein Uhr.
Peter bringt mich zu einem Restaurant wo wohl alle VIP Leute essen. Da ich allein bin, bekomme ich einen kleinen Tisch für zwei Personen. Mit dem Essen gibt es keine Probleme.
Ich bestelle Reis mit Hühnchen und eine große Flasche Bier. Peter verabschiedet sich und sagt, er ist in einer halben Stunde wieder da. Ich frage ihn warum er nicht mit mir essen will. Er möchte wohl schon, nur er darf es nicht, ebenso der Fahrer.
Ich sitze also allein dort und esse so vor mich hin. Die Bedienung bringt noch Pork und Peanuts. Direkt neben mir kommt eine Dame auch mit Dolmetscher und setzt sich hin. Nach einiger Zeit fragt sie mich auf english, ob ich ihr behilflich bin beim plugging in from her baby. Ich sehe kein Baby und denke ich habe sie falsch verstanden, sage aber yes. Sie steht auf und nimmt ihren Notebook aus der Tasche. So ein neues flaches Ding von Apple.
Jetzt war mir wohler. Sie fragte mich, was ich hier mache. Ich arbeite hier, sagte ich. Jetzt wollte sie genau wissen wo. XinXiang sagte ich ihr. Sie kannte es nicht. Jetzt war ich am Zuge. Wo sie denn tätig ist und wo sie herkommt. Sie kommt aus Boston und ist für eine Bank unterwegs zur Klärung von Industriefinanzierungen. Ihr Sitz ist eigentlich Hongkong.
Nächste Frage von ihr, you are married ? Jetzt wollte ich auch sehen wie es
weitergeht. Nach kurzem überlegen sage ich, I´m divorced. Sie darauf, I think you need a girlfriend like me.
Sorry Lady I´m 64 years old.
No, you looks like 50.
Thanks, but I´m a old man.
You are to understate.
Puh, mir wird richtig anders, den flirten war nie meine starke Seite. In diesem Augenblick kam Peter und rief we are ready for going. Ich war ganz froh.
Ich verabschiedete mich, worauf ich ganz diskret die Telefonnummer aus Boston in meine Tasche bekam. Peter fragte mich nach dem Gespräch. Er hatte wohl etwas mitgehört. Wir sprachen allgemein über USA usw., dann meinte er, schade das sie ihn nicht gefragt hat. Wir mußten beide lachen.
Vor hier ging es zu einem Medizincenter für chinesische Heilkunde. Wieder durch das Straßennetz von Peking. Mir bleibt es ein Rätsel wie man sich da so auskennen kann. Es ging durch Gassen und Winkel ohne GPS. In dem Center angekommen, konnte ich einen Arzt konsultieren, der perfekt deutsch gesprochen hat. Dieser Arzt erklärte mir den Unterschied von chinesischer Heilkunde zur deutschen Medizin. Ich war beeindruckt. Er fragte mich, ob ich einen Termin bei der Professorin haben möchte. Ich war wieder unsicher. Es würde nichts kosten, nur wenn sie mir Medizin verschreibt und ich diese in der Stadt aus der Apotheke hole, muß ich die Medikamente bezahlen. Zwischenzeitlich bekam ich eine Fußmassage. Erst habe ich gedacht mein Fuß soll gebrochen werden, dann war es aber sehr angenehm. Mit der Faust wird unterhalb des Fußgelenkknochen richtig rein gehauen und es tut nicht weh ! Danach kam Frau Professor mit einem Dolmetscher der perfekt deutsch sprach und übersetzte. Ich mußte meine Uhr, Kamera und sonstiges Metall in einen anderen Raum bringen. Sie fühlte meinen Puls an beiden Seiten und ließ sich die Zunge zeigen. Was sie sagte, davon verstand ich kein Wort. Nach ca. fünf Minuten in denen sie mich auch abtaste, horchte usw. kam ihre Diagnose. Zu hoher Blutdruck, die Nieren arbeiten nicht richtig, die Leber ist geschädigt und meine Prostata würde mir bald große Probleme bereiten. Wenn ich etwas für meine Gesundheit tun möchte, könnte sie mir ein Rezept schreiben, was ich in jeder Apotheke einlösen kann. Ich kann es selbst entscheiden.
Ich war so überrascht von der Diagnose, daß ich erst einmal nichts sagen konnte. Sie sah wohl meine Überraschung und gab mir das Rezept mit einer Erklärung in deutsch dazu.
Auch der Preis stand daneben in Yan und Euro. Die Dolmetscherin sagte mir noch mit einem recht verschmitzten Blick, ich sollte was für mich tun und nicht fürs Auto. OK, ins Auto und ab zur nächsten Apotheke. Ich kaufe Medizin zur Verbesserung meines
Yin und Yang. Warum nicht ! Gebe soviel Geld für andere Dinge aus, dieses mal tue ich es für meinen "Body".
Von da ging es ins Hotel, denn es war schon 19 Uhr und Zeit für Dinner. Vor dem Essen muß ich jedoch mein Yin ( 20 kleine Kugeln ) nehmen und nach dem Essen mein Yang (sind 3 Kapsel). Mal sehen, die Medizin soll für einen Monat reichen. Vielleicht fühle ich ja bald den Erfolg, denn meine Blutdrucktabletten soll ich nicht mehr nehmen. Habe mir dann noch ein Bier mit aufs Zimmer genommen und so den ganzen Tag aufgeschrieben.
Morgen möchte ich zum Heiligen Platz gehen. Ist angeblich nicht weit von Hotel.
May
28
China - Mittwoch 28.05.2008
Mi, 2008-05-28 13:52
Heute geht es zurück nach Beijing, wie Peking hier genannt wird. Die Bauarbeiter haben mich pünktlich um 6 Uhr geweckt. Was solls, also Morgentoilette und dann Koffer packen.
Da ich noch Zeit habe, gehe ich kurz ins Internet. Rufe NDR 1 Live auf, und ich kann die Staumeldungen auf der A 2 hören. Es ist jetzt 3 Uhr Nachts in Deutschland und wie der Sprecher Michael Heck sagt, eine ganz ruhige Nacht. Dies Internet ist einfach eine super Sache !!
Der Fahrer mit Begleitung verspätete sich allerdings um eine Stunde. In dieser Zeit saß ich in der Hotelhalle und konnte das Leben und Treiben beobachten. Die Halle ist mit so einem Imitation von Steinfußboden ausgelegt. Jeder der von draußen in das Hotel kommt hinterlässt seine Spur in grau auf dem Boden, denn ständig regnet so ein feines graues Zeug aus der Luft. Es ist wohl wieder eine Hochzeit, denn es knallt aus allen Ecken. Ist wohl eine wohlhabende Familie. Alle rauschen in schwarzen Audi A6 an. Eigentlich sollte man hier kein schwarzes Auto fahren. Obwohl man die Sonne nicht sieht, heizt das Ding sich einfach sehr stark auf. Hier macht man den Motor an, schaltet die Klimaanlage ein, läßt alle Türen auf und wartet ein wenig. Soll so richtig sein, sagt man mir. Ist aber nicht richtig!
Wir fahren dann zur Stadtverwaltung um den Funktionär zu holen, er hat das Ticket von mir. Als wir dort ankamen wartete er schon auf uns. Es ging dann im Eiltempo auf die neue Autobahn nach ZengShou zum Flughafen. Hier verabschiedeten mich meine Begleiter und baten mich ihnen eine E-Mail zu senden, wenn ich gut in Deutschland angekommen bin.
Als der Flieger dann abgehoben hatte, hatte ich einfach die Vorstellung wieder blauen Himmel zu sehen, aber Pustekuchen. Dieser braun-graue Staub geht wohl bis auf 10 Tsd. Meter. Ich verstehe es einfach nicht, wie ein Land so seine Natur ruinieren kann. Machmal gibt es so Löcher im Dunst und man sieht tatsächlich unten was. Selbst der kleine Wald ist grüngrau.
Mein Nachbar im Flugzeug redet mit seinem Nachbarn mit Händen und Füßen. Wenn er mir einen zu starken Schlag versetzt hat, kommt gleich sorry und es geht weiter. In Peking angekommen, muß man eigentlich die heutige Flugsicherheit loben, denn durch diesen braun-grauen Schleier sieht der Pilot beim Landeanflug nichts. Die Maschine stand kaum, da kamen aus allen Richtungen Menschen zum End- und Beladen. Kein Förderband oder so, nein alles per Hand. Nachdem ich mein Gepäck bekommen habe, wurde ich von einer Mitarbeiterin vom China Service abgeholt. Um ins Taxi zu steigen, mußten wir uns an eine ca. 30 m lange Schlange anstellen. Ist wie beim Skifahren. Nur hier kommt keine Gondel wo man einspringt, sondern ein Taxi. Pekings Straßenverkehr ist total verstopft. Fahrzeit über eine Stunde vom Flughafen zum Hotel. Aufs Zimmer, waschen und ab zum Restaurant. Jetzt habe ich gut gegessen und warte auf einen Anruf vom China Service.
May
27
China Dienstag 27.05.2008
Di, 2008-05-27 19:09
Heutiger Start ist so wie der von gestern. 6 Uhr Start der Bauarbeiten vor meinem Fenster.
Es ist sagenhaft, die Leute arbeiten bis 20-21 Uhr, essen auf dem Flachdach und gehen dort auch zum schlafen. Allerdings verrichten sie auch alle Geschäfte dort. Wenn ich mir das Baugebiet anschaue, sehe ich nur wuselnde Handwerker, aber die Bauten wachsen und wachsen. Wenn ich sehe, wie der Mörtel in die dritte Etage zum Maurer kommt, fällt mir nichts mehr ein. Der erste nimmt die Schippe voll, schwingt sie eine Etage höher auf die Schippe des nächsten usw. Alle Steine die vermauert werden, werden vorher von Frauen und Kindern geputzt, denn sie stammen aus der Fabrik von nebenan, die abgerissen wird. Mir tun sie besonders am Morgen leid, wenn sie aufstehen. Keine Unterlage auf dem Beton, nur so ein paar Lumpen. Man kann sehen, daß ihnen am Morgen der Rücken vom liegen weh tut.
Der Fahrer ist pünktlich da. Wir müssen allerdings mit Licht fahren, denn irgendwie hat die Wetterlage sich verändert. Es ist schwül und stickig. Der Wunsch von mir wird immer größer aus diesem Dreck raus zukommen.
In der Fabrik gibt es nichts mehr zu tun. Der Preis der Siemensgeräte hat sie auch ein wenig umgehauen, obwohl es für unser Preisgefüge ganz normal ist. Die Rechnung ist relativ einfach. 2 Mann für die Installation und Inbetriebnahme bei 10 h täglich an Wochenenden auch. 1 Woche Software in Deutschland schreiben und die Hardware dazu kaufen, sind über den Daumen mit Flugkosten so um die 40 – 45 Tsd. €.
Morgen soll ich um 11 Uhr abgeholt werden. Dann müssen wir noch einen Parteifunktionär abholen, der mich unbedingt zum Flughafen bringen will.
Meine tägliche Begleitmannschaft ist traurig, denn das schöne Leben ist für sie jetzt wieder vorbei. Ich freue mich auf Peking. Hoffentlich ist jemand am Flughafen, der mich abholt.
Der Flughafen ist ein riesiges perfektes Monster. Ich glaube an Größe und Sauberkeit nicht zu toppen.
So, jetzt geht’s an den Koffer zu packen.
May
27
China - Montag 26.05.2008
Di, 2008-05-27 19:01
Heute haben die Bauarbeiter vor meinem Fenster im Hotel schon um 6 Uhr begonnen, d.h. es werden die Blechschüsseln die man zum Transport von dem Mörtel benötigt, von oben auf die Straße geworfen. Selbst die Arbeiter die an anderen Stellen über Nacht dort schlafen werden geweckt. Ich stehe somit auch auf.
Mein Fahrer ruft an, er kommt später heute, aber das Auto ist nicht kaputt. 8 Uhr ist er da um mich abzuholen, mit meinen beiden Begleiterinnen. Sie strahlen über das ganze Gesicht, um mir mitzuteilen, wir gehen shoppen und die Company bezahlt. Auf geht’s.
Ich bin jedoch erstaunt wo es hingeht. In einem anderen Stadtteil halten wir vor einem sehr noblen Hotel. Die Tür vom Auto wird aufgerissen, einer hält schützend seine Hand über meinen Kopf, damit meinem Kopf beim Aussteigen nichts passiert. Ich bin unsicher, denn ich habe die Kleidung an, die ich in der Fabrik trage. Wir werden in einen Raum geführt und es beginnt ein lautes Gerede. Ich mache meinen beiden Begleiterinnen klar, daß ich hier nicht essen möchte. OK, dann schenken sie mir etwas anderes. Wir in ein Kaufhaus um zu sehen, was sie für mich kaufen können. Das was sie mir kaufen wollen ist sicher für einen Chinesen wichtig, aber ich benötige das alles nicht. Wir einigen uns auf
eine Digitalkamera von Sony Type Cyber Shot, dann gibt es noch einen Gürtel.
Da ich meinen beiden Begleiterinnen schon was gekauft habe, kauften wir gemeinsam für den Fahrer der einen vier Monate alten Sohn hat einen richtig schönen Ausgehanzug. Ihm war das peinlich, denn er hätte seinen halben Monatslohn dafür opfern müssen.
Dann sind wir in dem Kaufhaus richtig schön essen gegangen. Das was nicht gegessen wurde, haben wir für die anderen in der Fabrik mitgenommen.
Es war sehr heiß in der Stadt. Unterwegs sahen wir in den Fußgängerzonen noch Händler, die alles verkaufen was sich bewegt. Es ist richtige Tierquälereien, wofür sie jedoch scheinbar kein Empfinden haben.
Was ich noch vergessen habe. Als wir aus dem vornehmen Parteihotel kamen, kam gerade eine Hochzeitgesellschaft an. Es wurde ein Höllen Feuerwerk gestartet, das fast alle Diebstahlsicherungen der umstehende Fahrzeuge auslöste. Es war ein unvorstellbarer der Lärm, aber alle waren fröhlich.
Im meinem Hotel wieder angekommen, stehen zwei Flaschen Bier mit zwei Äpfeln auf dem Nachttisch. Die Tomaten hatte ich den Bauarbeitern zugeworfen.
May
25
China - Sonntag 25.05.2008
So, 2008-05-25 13:28
Heute erst um 12:00 angefangen. Ab in meinen Lieblingsshop McDonalds. Eines muß man den Amis lassen, diese Kette funktioniert wohl auf der ganzen Welt. Rechts und links ist alles dreckig und klebrig, in diesem Laden ist alles sauber, es gibt einen Sicherheitsdienst und sehr gute Fritten. Die Chinesischen, hier jedenfalls kann ich nicht essen, oder sind für meinen Magen nicht geeignet.
Vor dem Laden veranstaltet heute Coca Cola eine Riesenwerbung. Man kann Fahrräder gewinnen usw. Es ist eine riesige Menschenmenge auf dem Platz. Unser Fahrer fährt durch die Menge und nicht einer schimpft. Man hat wohl gelernt so dicht miteinander zu leben. In der Fabrik kämpfe ich im Moment mit der Siemens Steuerung. Ich kenne mich nur noch mit der S 5 aus und nicht der S 7. Der Unterschied ist nicht groß aber er macht mir zu schaffen. Am Montag erhoffe ich mir Rat bei Siemens in Deutschland.
Später waren wir in einem anderen Stadtteil. Hier wird fast alles abgerissen und neu wieder aufgebaut. Allerdings geisterten hier Leute herum, unvorstellbar. Total verschlissene Militärmantel, darunter nichts, man kann es sehen, denn die Mäntel sind zerrissen. An den Füßen durchgelaufene Lumpen, alles unheimlich. Fotos wollte ich keine machen, denn so ein Elend auch noch zu fotografieren ist einfach abartig. Ich glaube auch meine Begleiter hätten das nicht zugelassen.
Dann habe ich heute im Hotel große Unruhe ausgelöst. Dem Mädchen, die immer mein Zimmer reinigt, wollte ich ein paar Yan geben, bzw. habe das auch. Dies hat wohl ein anderes Mädchen gesehen. Ende vom Lied: Sicherheitsdienst da - Hotelleitung da - alles in Unruhe - ich kein Wort Chinesisch. Also Anruf zur Fabrik und um Hilfe bitten. Kurze Zeit später war meine Begleitung da und klärte das Missverständnis auf. Hier war man der Meinung, ich wollte das Hotelpersonal bestechen. Alles beruhigte sich wieder, und als ich am Abend ins Zimmer kam hatte ich zwei Flaschen Bier und zwei Tomaten auf meinem Nachttisch. Tomate mit Bier hatte ich auch noch nicht probiert, mal sehen wies schmeckt.
Morgen wollen wir zum Shopping in die City. Mir ist schon ganz unwohl wenn ich nur daran denke. Es ist heiß, d.h. so eine stickige Luft und man siehst die Sonne fast nicht.
May
25
Samstag 24.05.2008
So, 2008-05-25 10:05
Heute werde ich schon um 6:00 Uhr abgeholt, denn wir wollen erst zur Fabrik und dann zum Shaolin Tempel.
In der Fabrik angekommen verzichte ich auf Frühstück, denn ich habe Bedenken eine öffentlich Toilette unterwegs aufzusuchen zu müssen. In der Produktion ist wieder sagenhaft was geleistet worden. Die erste Linie läuft mit ihrem Konverter super. Jede Charge 80 t Stahlguß. Vier weitere Linien werden noch gebaut, d.h. sie sind schon in Arbeit.
Dann geht es zum Shaolin Tempel. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden. Mir wurde erklärt, der Tempel liegt in den Bergen und die Luft ist da ganz klar. Ich konnte es nicht glauben.
In einem Höllentempo ging es dann über die Autobahn. Sie ist ganz neu, kostenpflichtig und super ausgebaut. In der Mitte z.B. in Doppelreihe Lebensbäume, die mit der Hand über hunderte von Kilometer geschnitten werden. Unterwegs an eine Tankstelle zu fahren ist fast unmöglich, denn die Lkws stehen in langen Schlangen an um zu tanken. Meist sind es so um die 50 -100 Stück. Beim warten wird gekocht, gebrutzelt usw.
So gegen 12:00 Uhr sind wir dann dort angekommen. Unser Fahrzeug haben wir auf einem bewachten Parkplatz abstellen können. Da das Gebiet sehr groß ist, sind wir mit so einem Golfkarren gefahren. Ich hatte mir diese Tempelanlage ganz anders vorgestellt, habe mich allerdings auch vorher nicht damit beschäftigt. Die Anlage liegt an einem steil ansteigenden Berg. ( Die Luft war allerdings genau so schlecht wie in XinXiang )
In der Mitte im ein Tempel, rechts und links davon Unterkünfte für die Mönche. Für Chinesen ist diese Anlage sehr heilig. Meine Begleiter z.B. kauften sich fast in jedem Tempel Räucherkerzen, beteten und bekamen dann vom Mönch ein Kärtchen woraus dann die Zukunft zu erkennen war. Meines Erachtens werden sie so richtig ausgenommen.
Ich sollte unbedingt das gleiche machen. Erst wusste ich nicht was ich sagen sollte, dann erfand ich die Notlüge mit meiner Religion, danach darf ich das nicht machen.
Wir besuchten dann den Tempel vom ersten Mönch. Hier war man stolz auf den Besuch von Putin. Mit großen Fotos wurde der Besuch dargestellt. Das z.B. an den Sammelkisten richtige Hakenkreuze sind interessiert niemanden. Interessiert wahrscheinlich nur einen Deutschen. Wir haben viele Fotos gemacht, da meine Begleitung hier auch noch nicht war
Was schon lustig ist, machen sie ein Foto von mir, möchte gleich ein Chinese mit drauf.
Viele wollen ein Foto mit mir zusammen haben. Zum Essen sind wir dann zu so einer fliegende Küche gegangen. Ich habe allerdings nur ein Bier getrunken, zumal es sehr heiß ist. Dann sind wir zu einer Kung Fu Show gegangen. Ich kann es nicht beschreiben, es verschlägt einem einfach die Sprache. Diese Körperbeherrschung ist sagenhaft.
In der Mitte der Mannschaft steht der beste Kämpfer von China. Ist auf dem Foto zu sehen mit dem bunten Umhang.
Die Show dauert ca. 15 Minuten, dann kamen die Jüngsten mit Ihrem Meister. Diese darf man jedoch nicht fotografieren. Warum, konnte ich nicht ermitteln. Von da ging es dann in die Kung Fu Schule. Ich traute meinen Augen nicht. Auf dem Trainingsplatz hunderte von Schülern zum Training.

Uns wurde erklärt, aus ganz China kommen hier die 20.000 Besten hin. Es ist das größte Trainingslager von Asien. Auf dem Platz werden die verschiedensten Kampfarten mit einem Trainer trainiert. Alles ist frei was zum Sport benötigt wird und es ist der Ehrgeiz als - der Erste - abzuschneiden. Wenn man den Kampf auf dem Platz sieht ist man fasziniert,
bekommt gleichzeitig aber auch Angst. Dies ist bedingungsloser Gehorsam, den wir aus der westlichen Welt nicht mehr kennen.
Meiner Begleitung leuchteten die Augen. Voller Freude sagten sie - we are the best in sport and in ten years we have the biggest economic power - Sie haben ja Recht ! Wenn ich mir allerdings vorstelle, jede Familie hat ein Auto oder sogar zwei, dann kippt dieser Globus um.
Um noch ein paar Dinge zu kaufen, sind wir in so eine Shoping Area gegangen. Hier sind allerdings die Preise vier mal so hoch wie normal. Bei einem Maler habe ich mir ein Bild malen lassen. Er taucht mit dem Finger in gemahlenes Graphit und zeichnet damit. Geht ruckizucki.
Dann zurück über die Autobahn. Bin sehr erstaunt. Alle Orte werden auch in Englisch ausgezeichnet.
Da gäbe es wohl keine Probleme, nur mit der Fahrweise. So z.B. wurden wir
von einem Polizeiwagen überholt, der Blaulicht und Rotlicht an hatte. Unser Fahren klemmte sich hinter das Fahrzeug, machte den Pannenblicker an und wir pfiffen mit dem Polizeiwagen rechts und links und mal in der Mitte an den Fahrzeugen vorbei. Beinahe hätte er die Ausfahrt nach XinXiang verpasst.
Im Hotel angekommen war ich wieder froh alle Knochen noch zusammen zu haben.
May
24
Freitag 23.05.2008
Sa, 2008-05-24 15:24
Als wir heute in die Fabrik kamen, standen alle wie auf dem Kasernenhof auf der Straße. Meine Begleiter erklärten mir, es ist ein allgemeines Meeting. Hm, ein Meeting stell' ich mir anders vor. Hier steht der 1. Manager wie der General ganz oben, dann geht es so weiter bis zur Mannschaft. Wie ich verstanden habe, wird der Fertigungsplan der nächsten Woche bekannt gegeben und was letzte Woche geleistet worden ist. Lob und Tadel usw.
In einem Schaukasten hängen die Beurteilungen der Mitarbeiter, die neu eingestellt worden sind.
Inzwischen bin ich auch der Meinung, lieber schlecht bezahlt, aber alle haben eine Arbeit. Es ist zwar vieles im Argen, aber wenn ich sehe wie bemüht die Leute sind ihr Leben zu verbessern, kann ich nur den Hut ziehen.
Wirklich eine Hand voll Reis und etwas Suppe dazu, mehr benötigen die Leute nicht. Auch in dem sagenhaften Gewusel auf der Straße gibt immer einer ohne Murren nach. Selbst der große Mercedes wartet auf den rostigen total überladenen Karren. Beim Kauf auf der Straße drängen sie dir alles richtig mit Druck auf, sind aber genauso freundlich, wenn du gehst und es nicht kaufst.
Es ist schon sehr bemerkenswert, wie diese Stadt überhaupt funktioniert. Diese riesigen Massen an Menschen nur mit dem Notdürftigsten zu versorgen, dürfte schon ein große Aufgabe darstellen. Die Fabrik hier hat ihre eigenen Getreidefelder, um ihre Leute zu versorgen.
Heute ist mir auch das Bürogebäude erklärt worden. Es hat drei Stockwerke. Unten die Versorgungseinrichtungen wie Kantine, Küche usw. Darüber die Büros im zweiten Stock. Im dritten Stock sind die Wohnungen. Manager wohnen allein, dann je nach Stand mit 2 – 8 Personen zusammen. Duschen usw. gibt es nicht. Nur Toiletten, wo auch die Waschmaschine steht.
Mir bleibt es einfach ein Rätsel, wie man ein Jahr hier ununterbrochen arbeiten und leben kann. Bei meinen beiden Begleiterinnen kann ich es erleben. Sitze ich z.B. am PC, versuchen sie sich in einer Ecke zu setzen und wenn möglich auch etwas zu schlafen.
Die Ausbildung der Leute ist sehr gut ! Vor allem: die Leute wollen vorwärts kommen. Sie wissen nur nicht, was es alles gibt und wo man es kaufen kann. Jeden Tag gibt es großes Erstaunen. Im Internet zeigte ich ihnen beispielweise von der Fa. Bosch einen Ultraschall Messer, der auf 40 Meter mit einer Abweichung von 2 mm arbeitet.
Haben wir gleich bestellt
.
Es ist alles voller Gegensätze hier. Auf der Baustelle gibt es keinen Kran und Betonmischer, nur Menschen. Ein paar Meter weiter versuche ich ein Profibussystem mit Server und Modem bei Siemens in Deutschland zu kaufen.
May
23
CHINA - Mittwoch + Donnerstag 21. - 22.05.2008
Fr, 2008-05-23 12:03
Mit dem Auto gibt es weiter Probleme. Aber sie zaubern es immer wieder zusammen. Heute hatte der Fahrer eine neue CD mit, wer weiß woher kopiert. Alles an Musik was junge Leute halt so lieben. Also volle Lautstärke mit Hupen und Zickzack durch die City.
Dann an die Tankstelle. Wird alles in Liter angezeigt, obwohl die Säulen aus den USA sind. Der Liter kostet 5,07 Y. Ein Vermögen für die Leute aber unseren Sprit zahlt die Firma.
In einer anderen Halle bestanden Probleme mit dem Konverter. Ich habe nicht verstanden was. Die Leute zeigten mir den Konverter im Betrieb. Die Halle ist zugenebelt, da es keine Absaugung gibt. Da der Schrott sehr unrein ist, qualmt es auch sehr, sehr stark.
Eigentlich ist das ganze Unternehmen ein Problem. Es wächst wirtschaftlich so stark, daß vieles einfach nicht gemacht werden kann. Sie haben beispielsweise vor, alles zu vernetzen. Wollen dafür aber nur wenig zahlen. Jetzt werden sie von ihren eigenen Problemen eingeholt. Der Konverter wird mit Siemens SPS geregelt.
Foxboro und ein Dutzend andere Firmen sind auch vertreten. Das alles auf einen Bus zu bringen geht wohl, aber nicht von heute auf morgen und zum Kauf in Europa wird eine Sondergenehmigung vom Ministerium benötigt.
Heute ist es auch zum ersten Mal passiert, daß ich keine Lust mehr habe. Wir haben wieder Frühstück in der Fabrik gegessen. Sie spuckten wieder kräftig auf den Boden. Ich mußte raus, sonst wäre mir schlecht geworden.
Vor Frust bin ich mit meiner Begleitung in die City gefahren und habe meinen Flug nach Peking buchen wollen. Ein Erlebnis, hat aber funktioniert. Am 28. geht es nach Peking.
Danach ging es wieder in meinen geliebten McDonalds. Das Auto ließen wir stehen, da es nicht weit war. Mache ich auch nicht wieder. Bewacht von dem Fahrer und meinen beiden Begleiterinnen fühle ich mich wie im Zoo. Die meisten schauen einen komisch an, selbst aus dem Kellerfenster kommen die Köpfe. Es muß wohl ein sehr armer Stadtteil sein, die sehen wirklich verarmt aus.
Im Hotel ist wohl wieder eine Hochzeit. Es knallt und donnert aus allen Ecken. In mein, na sagen wir mal Badezimmer, kann ich nicht, denn mein Nachbar duscht. Das Wasser kommt durch ein kleines Rohr in der Wand in mein Badezimmer und soll in einen Bodenablauf abgeführt werden, der diese Menge Wasser allerdings nicht schafft.









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