May
30
Letzter Tag in Peking
Fr, 2008-05-30 14:47
Heute ist mein letzter Tag in Peking, den ich mit einem ausgedehnten Frühstück startete.
Um 9 Uhr ging es dann zu Fuß zum himmlischen Platz. Auf meinem Stadtplan sieht das alles so nah aus, aber ich muß laufen und laufen. Dann sehe ich ihn von weiten. Eine sehr große Menschenmenge hat heute das gleiche vor wie ich. Der Platz ist abgeriegelt und überall steht Polizei oder Militär. Kann man auf den Fotos sehen. Ich muß durch eine Schleuse, wo ich alles abgeben muß, was gefährlich werden könnte. Alles in einem sehr freundlichem Ton. Hatte alles ganz anders erwartet.
Hier saßen Leute die gegen etwas demonstrierten, was ich auf ihren Schildern jedoch nicht lesen kann. Es gibt ebenso Bettler, die einen allerdings nicht aggressiv anbetteln.
Der Platz ist schon beeindruckend. Rings herum die riesigen Gebäude. Ich mache ein paar Fotos. Wie schon so oft, wollen einige Chinesen mit mir fotografiert werden. Besonderes Interesse wecken meine Schuhe. Ich habe diese Birkenstock an. Sind wohl noch unbekannt hier.
Dann geht’s weiter ins Museum. Über dem Eingang ein großes Mao Bild. Im Hof von dem Museum stößt man gleich auf einen Platz, wo das Militär oder Polizei Kampfvorführungen macht. Es wird dargestellt wie man mit einem Handkantenschlag jemanden am Kehlkopf außer Gefecht setzen kann. Alles erfolgt in einen strengen Disziplinen.
Für den Besuch des Museums bekommt man so ein tragbares Gerät mit Kopfhörer. Nach einer halben Stunde habe ich jedoch genug davon und gehe wieder raus aus der Anlage.
Da es heiß ist, setze ich mich auf eine Bank an so einem Kanal. Später lese ich allerdings, es ist kein Kanal. Es sind sehr viel Fische im Wasser. Wie auf der Tafel steht, bedeutet Fisch gleich Reichtum und viel gleich viel Reichtum. Wenn ein Chinese in der Nacht von einem Fisch träumt, ist das das Zeichen, daß er einmal ganz reich wird, habe ich mir sagen lassen
Ich bin dann zu der Dongchang´an Jie Street. Wie man auf dem Foto sieht, eine sehr breite Straße. Hier ist immer die Militärparade aufgefahren und auch andere Kampfwagen. Setzte mich noch einmal in eine Grünanlage und dachte über vieles so nach.
Was mir besonders aufgefallen ist, ist der Straßenverkehr. Die Regeln werden überhaupt nicht beachtet und als Fußgänger komme ich mir vor wie der Hase vor dem Jäger, aber es passiert so gut wie nichts. Man sieht keinen Unfall, keinen Krankenwagen, keinen Feuerwehrwagen, auch keinen Polizeiwagen im Einsatz. Selbst auf dieser riesigen Straße kann man von der ersten Spur gegen den Verkehr auf die andere Seite drehen. Es gibt zwar ein sehr großes Hupkonzert, nur keiner pocht auf seinem Recht wie bei uns.
Was mich sehr stört ist hier am Rand von dem großen Platz die Schwarzhändler, die einen alle Kopien von Marken aus der Welt andrehen wollen. Begehrt ist die Uhr von Rolex. Kostet wenn man lange feilscht 200 Yan, sind 20 €. Das kreide ich hier den Ordnungskräften an, denn für die Fälschungen interessieren sie sich nicht. Es ist einfach sagenhaft was alles kopiert wird. Vom Mont Blanc bis zum Dreistreifenhemd mit Handytasche. Ansonsten vermisse ich einfach die deutschen Firmen. In der City hat Onkel Sam fast alles belegt. Starbucks, McDonalds, KFC, Colgate und all die großen US Player. Siemens,
Bosch, VW, BMW haben so einen guten Ruf bei den Leuten, nur sieht man die Produkte nicht und auch fast keine Reklame. Schaut man sich die China Daily an, nichts von Europa und schon gar keine Anzeigen.
Die Deutschen liefern und Bill macht das Geschäft. Audi hat wohl sehr gute Beziehungen zur Regierung, denn die Mehrzahl der Leute ist mit dem schwarzen A 6 ausgestattet. Ansonsten wie gesagt, alles USA. Besonders hat es mich verärgerte, dies verfluchte Mistding von Waschmaschine ( Whirpool ) zu sehen. Es ist keine Waschmaschine, es ist eine Rupfmaschine. In Kanada hatte meine Frau auch so ein Ding für zwei Wochen. Unten ist so ein Kunststoffkreuz, was sich hin und her dreht. Am Ende des Waschganges gibt es einen großen Klumpen der sich zwar bewegt, aber von waschen kann keine Rede sein.
Nachdem ich da so gesessen habe und meinen Gedanken nachgegangen bin, habe ich feststellen müssen, daß ich eigentlich Zuhaus in meinem Garten mit Unkraut harken und anderen anfallenden Sachen nicht zufrieden bin. Ich möchte irgendwie aus dem Dorf raus. Wie und was ich dann mache, weiß ich auch noch nicht, aber ich werde was machen.
Soviel zum Schluss der Reise.
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