Rügen und die Insel Vilm

Es war die erste Oktoberwoche, in der wir uns aufmachten, um unseren Stress der letzten Monate hinter uns zu lassen. Unterkunft fanden wir auf Rügen in Middelhagen. Das befindet sich auf der Halbinsel Mönchgut. Der Ort ist für die zu empfehlen, die nicht so viel Urlauber um sich haben wollen. Die Radwege sind in den letzten Jahren super ausgebaut worden. Wer wandern möchte, kann dies ausgiebig tun. Hügelig ist die Landschaft auch. Da können drei Kilometer über Berg und Tal mit dem Rad gefahren schon sehr anstrengend sein. Wir hatten einmal eine Steigung von 15 % und in Ostseebad Sellin 20 % zu überwinden. Beide Male ging es zum Glück bergab. Bei letzterer mussten wir aber absteigen.
Ein Highlight war der Besuch der Insel Vilm. Bereits seit 1936 ist die Insel als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Täglich dürfen nur 30 Menschen an einer geführten Wanderung (ca. 3 km, Höhenunterschied 37 m) teilnehmen. Deshalb auch die Voranmeldung. Mit einem kleinen Schiff geht es dann rüber, bei fast jedem Wetter. Ab Windstärke acht wird aber nicht mehr gefahren. Wir durften am 3. Oktober in den Genuss kommen und waren begeistert. Von Lauterbach ging es auf die Insel. Das Wetter spielte super mit. So lange wir auf der Insel waren schien die Sonne. Wir hatten eine Sicht bis zu 36 km. Wir konnten nicht nur das Festland von Stralsund bis Greifswald mit dem ehemaligen KKW Lubmin (jetzt Atomzwischenlager) sehen, auch die Insel Usedom war klar zu erkennen. Auf unserer Wanderung haben wir nicht nur interessante Pflanzen, wie echte Goldrute, Fette Henne, einen imposanten Buchenwald, 300 jahre alte Stieleichen, Wildobstbäume, duftende Schlehen, Adlerfarn, der bis zu 2 m hoch wird, gesehen. Tiere waren auch viele vor Ort. Leider zeigte sich der Seeadler nicht, aber dafür die Sing- und Höckerschwäne, Wildgänse, die unterschiedlichsten Entenarten u.a. Hätten wir den Adler gesehen, wären die anderen nicht da gewesen. Auf eine Bekanntschaft mit den dortigen Schlangen hatte ich aber keine Lust.
Uns wurde auch einiges über die ehemalige Ferienhaussiedlung der DDR-Minister erzählt. Für den Bau der Anlage wurde kein Baum gefällt. Sie wurden alle auf ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Feldern errichtet. Die Bauart ist der Landschaft angepasst. Das einzige, was etwas herausstach, sind die Blitzableiter an den Häusern. Es ging da weniger um den Erhalt der Häuser, als viel mehr um den Erhalt des Waldes, der bei einem Feuer zerstört worden wäre. In den Häusern durften nur die Minister der DDR Urlaub machen. Die vom Rang höheren Machtmenschen haben sich im heutigen Cliff-Hotel in Sellin vergnügt. Der einzige Vorteil der Sperrung von Vilm für den Publikumsverkehr von 1959 bis 1990 war und ist die dadurch erhaltene einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Kurz nach der Wende hatten einige überlegt, die Insel nur für Reiche zugänglich zu machen. Der Sperrkreis wäre noch größer gewesen. Zum Glück gab es genügend, die dies verhindert haben. Heute befindet sich die Internationale Naturschutzakademie eine Außenstelle des Bundesamtes für Naturschutz dort. Sie ist der einzige Nutzer der Gebäude auf der Insel. Für Veranstaltungen können die Häuser gemietet werden.

Eine schöne Allee durch die der Radweg führte.


Im Hintergrund das Wirtschaftsgebäude.

Treff und Gesellschaftsraum


Echte Goldrute. Die sonst bekannte Goldrute kommt aus Dänemark und ist ein Züchtung.


Über 300 jahre alte Eiche, die seit 11 Jahren nicht mehr austreibt.


schöne Abenddämmerung

Sonnige Grüße von

beate

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Hallo Beate,
bin gerade auf Google-Suche nach der Insel Vilm auf Dein Blog gestoßen... Sind die Bilder alle von Dir, auch das von der alten Eiche? Wenn ja, darf ich das Bild von der Eiche für meinen Blog verwenden? Es ist ganz privat und nur, um auf die Insel Vilm und den Naturschutz dort aufmerksam zu machen. Das wär toll!
Lieben Gruß!
Serena